Bauherr:
Hanseatische Investment-GmbH
Kapstadtring 8
22297 Hamburg

Objekt:
Nachrüstung von Büros mit Raumkühlung
Büro- und Geschäftshaus Kaistraße 20, Düsseldorf


Kälteerzeugung und Verteilung:
Die Kühllastberechnung nach VDI-Richtline 2078 ergibt eine Kühllast für die berechneten Büroräume von ca. 76,9 kW.

Die zu kühlenden Räume befinden sich im Erdgeschoß und die Kälteerzeugung wird auf dem Dach über dem 4. OG aufgestellt. Als Wärmeträger wird ein Kaltwassersystem ohne Frostschutzmittel eingesetzt.

Auf dem Dach wird auf der vorhandenen Aufstellfläche ein Kaltwassererzeuger mit der er-forderlichen Kälteleistung aufgestellt. Es handelt sich um ein Kompaktgerät, in dem alle er-forderlichen Komponenten wie Verdichter, Verflüssiger, Ausdehnungsgefäß, Pufferspeicher, Ventilatoren, Pumpen und Armaturen integriert sind.

Wegen der Außenaufstellung muß das Kaltwassersystem mit einer Rohrbegleitheizung ver-sehen werden. Die Kältemaschine selbst ist werksseitig mit einem Frostschutz ausgerüstet.

Von dort wird eine Vor- und eine Rücklaufrohrleitung durch einen vorhandenen Installations-schacht bis in das Geschoss mit dem Kühlbedarf geführt. Die Rohrleitungen sind mit einer diffusionsdichten Wärmedämmung auszurüsten. Auf dem Dach ist diese Wärmedämmung noch mit einer Blechverkleidung zum Schutz gegen mechanische Einwirkungen und Witterungseinflüsse zu schützen. Innerhalb des Gebäudes sind bei Durchquerung von Brandabschnitten entsprechende Brandschutzmaßnahmen an der Rohrleitung vorzusehen.

Im Erdgeschoß verläuft eine Verteilleitung in der abgehängten Decke der Flure an den Büroräumen vorbei. In jedem Büroraum befinden sich die Kühlgeräte, die durch eine Stichleitung einzeln oder gruppenweise an die Verteilleitung angebunden werden. Für den hydraulischen Abgleich der Raumkühlgeräte untereinander werden die Stichleitungen jeweils mit einem Strangregulierventil ausgerüstet.

Parallel zu den Kälteversorgungsleitungen muss eine Kondensat-Abwasserleitung verlegt werden, die das entstehende Kondenswasser eines jeden Umluftkühlgerätes aufsammelt und an geeigneter Stelle dem Abwassersystem zuführt.


Raumkühlung:
Der Abbau der Kühllasten innerhalb der Räume erfolgt durch das Umwälzen der Raumluft durch den Wärmetauscher des Kühlgerätes. Hierbei gibt die durch einen Ventilator angesaugte Luft ihre überschüssige Wärme an das Medium Kaltwasser ab. Anschließend wird die abgekühlte Luft zurück in den Raum geblasen. Je nach ermittelter Kühllast des Raumes ergeben sich spezifische Luftmengen für das einzelne Gerät. Den unterschiedlichen Kühllasten über den Tages- bzw. Jahreszeitenverlauf kann das Umluftkühlgerät einerseits urch mehrere Leistungsstufen des Ventilators angepaßt werden. Andererseits wird die Leistung des Wärmetauschers durch ein Dreiwegeventil geregelt.

Die Umluftkühlgeräte sind für den Einbau in Zwischendecken vorgesehen. Anfallendes Kondenswasser wird im Gerätegehäuse aufgefangen und über Rohrleitungen den Abwasserleitungen zugeführt.

Das Ansaugen der Raumluft erfolgt in Räumen mit Metallpaneeldecke im Deckenhohlraum. Die Metallpaneele sind gelocht, so dass nach Entfernen der Akustikfliesmatte die Raumluft durch die Deckenpaneele angesaugt wird. Ausgeblasen wird die gekühlte Zuluft durch Luftauslässe für Wandmontage, die in die Schürze der abgehängten Decke vor den Fenstern waagrecht eingebaut werden. In den Räumen ohne diese Deckenschürze erfolgt das Ausblasen durch Schlitzschienen, die senkrecht in die abgehängte Decke eingebaut werden.

Alle Luftdurchlässe werden mit dem Umluftkühlgerät durch flexible Metallrohre verbunden. Damit die Geräuschkulisse eines sich in Betrieb befindlichen Gerätes reduziert wird, sind in der Zu- und in der Abluftleitung Rohrschalldämpfer eingebaut.

Der Nutzer hat die Möglichkeit, durch ein Raumthermostat die Leistung des im Raum befindlichen Umluftkühlgerätes seinen Bedürfnissen anzupassen. Die Regelungsbauteile des ein-zelnen Gerätes sind über ein Bus-System mit einem zentralen Regler verbunden, so daß man z.B. alle Umluftkühlgeräte zentral zu einer bestimmten Uhrzeit abschalten lassen kann.

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